Dein Stream reißt nicht ab, wenn nicht dein Handy mit Twitch verbunden ist, sondern ein Server, der immer Netz hat. Das Handy sendet per SRT an diesen Server, und der Server sendet zu Twitch. Fällt dein Mobilfunk aus, fehlt dein Bild für ein paar Sekunden, aber der Kanal bleibt online.
Diese Anleitung zeigt den Weg mit PGM.NINJA als Server in der Mitte. Die Schritte auf dem Handy sind bei jedem anderen SRT-Empfänger dieselben, also auch bei einem Relay zu deinem OBS zu Hause.
Was du brauchst
- Ein Handy mit einer App, die SRT sendet: Moblin (iOS), IRL Pro (Android) oder Larix Broadcaster (beide).
- Einen Twitch-Kanal.
- Einen Zugang zu PGM.NINJA. Das Produkt ist in einer geschlossenen Beta: Du meldest dich unter /login mit Twitch oder Google an, stehst auf der Warteliste und wirst schrittweise freigeschaltet.
- Ein zweites Gerät oder einen zweiten Tab, um die Regie im Browser zu sehen. Das kann auch dasselbe Handy sein.
Schritt 1: Die Adresse deines Studios holen
In deinem Studio zeigt der Tab „Eingänge“ für jeden Eingang eine Adresse in dieser Form:
srt://<host>:<port>?streamid=<id>
Die Adresse bleibt normalerweise für jeden Stream dieselbe. Du richtest sie also einmal ein. Die Zahl der Eingänge legst du fest, bevor du das Studio startest. Für das Handy allein reicht einer. Ein zweiter ist sinnvoll, wenn du später eine zweite Kamera oder eine Ausweichquelle dazunehmen willst. Jeder Eingang ist eine Szene mit eigenem Bild und eigenem Ton. Schneidest du um, wechselt der Ton mit dem Bild.
Schritt 2: Die App einstellen
Lege in der App ein neues SRT-Ziel an. Manche Apps nehmen die ganze Adresse in einem Feld, andere wollen Host, Port und Stream-ID getrennt. Die Betriebsart ist „Caller“, denn das Studio wartet auf deinen Anruf. Das Feld für eine Passphrase bleibt leer.
Diese Einstellungen haben sich bewährt:
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| Video-Codec | H.264 (H.265 nimmt das Studio nicht an) |
| Auflösung | 720p oder 1080p |
| Bitrate | 3 bis 4 Mbit/s im Mobilfunk, 6 Mbit/s bei gutem 5G, konstant |
| Keyframe | alle 2 Sekunden |
| Ton | AAC, Stereo, 128 bis 160 kbit/s, 48 kHz |
Die SRT-Latenz stellst du ebenfalls in der App ein. Das Studio arbeitet mit 200 ms. Verlangt die App mehr, gilt der größere Wert. Im Mobilfunk darf es deutlich mehr sein, weil SRT in dieser Zeit verlorene Pakete nachfordert. Wie du den Wert findest, steht in SRT-Latenz einstellen, die übrigen Werte in Encoder-Einstellungen.
Schritt 3: Twitch als Ziel
Hast du dich mit Twitch angemeldet, ist dein Kanal durch die Anmeldung schon als Ziel eingerichtet. Du musst keinen Stream-Key kopieren. Weitere Ziele, etwa YouTube oder Kick, trägst du auf der Seite „Kanäle“ mit URL und Key ein. Bis zu acht Ziele laufen gleichzeitig aus dem einen Upload deines Handys, siehe Ein Upload, viele Plattformen.
Schritt 4: Das Overlay
Auf dem Tab „Overlay“ fügst du die Adresse einer Webseite ein, die über dein Bild gelegt wird. Alles, was in OBS als Browserquelle läuft, funktioniert hier auch: Alerts, Chatbox, Widgets. Es ist genau eine Seite über das ganze Bild. Das Overlay hat für IRL einen besonderen Wert, denn es läuft weiter, wenn deine Kamera ausfällt. Eine Chatbox oder ein Hinweis im Overlay zeigt deinen Zuschauern, dass der Stream noch lebt.
Schritt 5: Auf Sendung gehen
- Starte das Studio und beginne in der App zu senden.
- Prüfe auf dem Tab „Eingänge“, ob der Eingang ankommt. Die Anzeige zeigt Bitrate, nachgelieferte Pakete und Pakete, die nie angekommen sind.
- Schau in der Regie auf die Vorschau und den Pegel. Mit „Mithören“ hörst du einen Bus im Browser.
- Schalte dein Ziel ein und klicke „Auf Sendung gehen“.
Das Bild in der Regie ist ein Kontrollbild mit wenigen Bildern pro Sekunde. Die Qualität deines Streams beurteilst du auf Twitch.
Was im Funkloch passiert
Verliert dein Handy die Verbindung, bleibt der Stream zu Twitch online und das Overlay läuft weiter. Das Bild der Kamera fehlt, bis die Verbindung zurück ist. Dann ist es ohne Neustart wieder da.
Zwei Grenzen gehören zur ehrlichen Anleitung:
- Keine automatische „Gleich zurück“-Szene. Sie ist geplant. Heute schneidest du von Hand auf eine andere Quelle, im Browser, auch vom Handy aus. Im Funkloch hat das Handy allerdings selbst kein Netz. Wer länger unterwegs ist, gibt deshalb einer zweiten Person zu Hause die Regie.
- Kein SRTLA-Bonding. Mehrere Mobilfunkverbindungen zu bündeln ist ebenfalls geplant. Bis dahin sendest du über eine einzelne Verbindung. Die Apps, die Bonding beherrschen, senden auch einfaches SRT, und das funktioniert.
Gegen kurze Aussetzer hilft eine höhere SRT-Latenz, gegen ein dauerhaft schwaches Netz eine niedrigere Bitrate. Details stehen in Wenn die Kamera ausfällt und Das Bild ruckelt.