Wenn du von deinem Rechner aus gleichzeitig an Twitch, YouTube und Kick sendest, verlässt dein Stream das Haus dreimal. Jede Plattform bekommt ihre eigene Verbindung mit der vollen Bitrate. Aus 6 Mbit/s werden 18 Mbit/s Upload, und dein Rechner hat mehr zu tun.
Die Alternative ist, einmal an einen Dienst im Rechenzentrum zu senden, der den Stream dort an alle Plattformen verteilt. Dein Upload bleibt bei einem Stream, egal wie viele Ziele es sind.
Warum es zu Hause dreimal kostet
Upload. Eine Plattform kann nichts mit dem Stream anfangen, den du an eine andere schickst. Jede will ihre eigene Verbindung. Bei drei Zielen mit je 6 Mbit/s brauchst du 18 Mbit/s, die dauerhaft und gleichmäßig zur Verfügung stehen müssen, zusätzlich zu allem, was dein Anschluss sonst noch tut. Viele Kabel- und DSL-Anschlüsse haben viel Download und wenig Upload. Im Mobilfunk ist dreifacher Upload praktisch ausgeschlossen.
Encoder. Sollen alle Ziele genau denselben Stream bekommen, kann ein einziges Encoding für alle genügen. Sobald sich die Einstellungen unterscheiden, etwa weil ein Ziel eine niedrigere Bitrate verlangt, muss dein Rechner das Bild mehrmals kodieren. Das kostet Leistung von Grafikkarte oder Prozessor, die dann dem Spiel fehlt.
Einrichtung. OBS sendet von Haus aus üblicherweise an ein Ziel. Für mehrere brauchst du ein Plugin oder ein zusätzliches Programm, das du einrichten und aktuell halten musst.
Abhängigkeiten. Alle Verbindungen teilen sich deinen Anschluss. Stockt der Upload, stocken alle drei Streams gleichzeitig.
Was ein Dienst dazwischen ändert
Der Aufbau dreht sich um. Du sendest einen Stream an einen Server, und der Server sendet ihn von dort an jede Plattform einzeln.
| Direkt von zu Hause an drei Ziele | Über einen Dienst | |
|---|---|---|
| Upload bei 6 Mbit/s | 18 Mbit/s | 6 Mbit/s |
| Verbindungen von dir | drei | eine |
| Encoding bei dir | ein- bis dreimal | einmal |
| Ein Ziel hängt | belastet deinen Rechner und Upload | betrifft nur dieses Ziel |
Die Verbindungen vom Rechenzentrum zu den Plattformen sind stabil und schnell. Ob von dort ein Ziel bedient wird oder acht, spielt für deinen Anschluss keine Rolle.
Solche Dienste gibt es in mehreren Formen. Browser-Studios wie Restream oder StreamYard sind um Gäste herum gebaut, die per Link mit Webcam und Mikrofon dazukommen, und verteilen an viele Plattformen; Restream wirbt mit mehr als 30. Wenn dein Format eine Gesprächsrunde mit zugeschalteten Gästen ist, passen sie gut. Mehr dazu in Restream-Alternative mit SRT.
Wie PGM.NINJA es macht
PGM.NINJA ist ein Studio in der Cloud. Deine Kameras senden per SRT an dein Studio, das Studio macht daraus ein Programm und sendet es per RTMP(S) an bis zu acht Ziele gleichzeitig: Twitch, YouTube, Kick oder jeden eigenen RTMP(S)-Server.
Dabei gilt:
- Ein Upload von dir. Du sendest jede Quelle einmal an dein Studio. Die Zahl der Ziele ändert daran nichts.
- Ein Programm für alle. Das Studio kodiert das Programm einmal und schickt es an jedes Ziel. Alle Plattformen bekommen dasselbe Bild und denselben Ton.
- Ziele stören sich nicht. Hängt ein Ziel, verbindet es sich von selbst neu. Die anderen merken davon nichts. Was du in so einem Fall siehst, beschreibt Ein Ziel verbindet neu.
- Kein Aufpreis pro Ziel. Jeder Tag enthält alle acht Ziele.
Der Kanal, der zu deinem Twitch- oder Google-Login gehört, ist durch die Anmeldung bereits eingerichtet. Weitere Kanäle trägst du auf der Seite „Kanäle“ mit Adresse und Stream-Key ein. Auf dem Tab „Ausgabe“ deines Studios legst du fest, an welche davon gesendet wird.
Ein Unterschied zu den Browser-Studios: Gäste, die per Link mit ihrer Webcam dazukommen, gibt es bei PGM.NINJA noch nicht. Eine Quelle ist immer etwas, das SRT sendet, also eine App, OBS oder ein Encoder.
Die Regeln der Plattformen
Technisch ist Multistreaming einfach. Ob du es darfst, ist eine andere Frage. Plattformen haben eigene Regeln dazu, ob und wie du gleichzeitig auf anderen Plattformen senden darfst. Das betrifft zum Beispiel Twitch-Partner und -Affiliates, und auch andere Plattformen oder einzelne Verträge können Bedingungen enthalten.
Diese Regeln ändern sich. Lies deshalb die aktuellen Bedingungen jeder Plattform, an die du sendest, und deine eigenen Vereinbarungen, bevor du mehrere Ziele einschaltest. Kein Dienst nimmt dir diese Prüfung ab, auch PGM.NINJA nicht.
Worauf du sonst achten solltest
- Ein Chat pro Plattform. Deine Zuschauer schreiben an verschiedenen Orten. Überlege vorher, wie du alle Chats im Blick behältst und ob dein Overlay sie zusammenführt.
- Bitrate für das strengste Ziel. Da alle Ziele dasselbe Programm bekommen, muss es zu der Plattform mit den engsten Grenzen passen. Die Grenzen ändern sich, schau bei jeder Plattform nach.
- Titel und Kategorie. Jede Plattform hat ihre eigenen Stream-Infos. Sie werden nicht automatisch abgeglichen.
- Erst testen. Sende beim ersten Mal an ein Ziel, prüfe Bild und Ton und schalte dann die weiteren dazu.