Alerts, Chat-Boxen und Spendenziele sind Webseiten. OBS öffnet sie in einem unsichtbaren Browser und legt das Ergebnis über dein Bild, das ist die Browserquelle. Streamst du direkt vom Handy an die Plattform, gibt es diesen Browser nicht, und deine Alerts fehlen.
Die Lösung ist, die Seite dort laufen zu lassen, wo der Stream zusammengesetzt wird. Bei einem Studio in der Cloud ist das der Server: Er öffnet deine Overlay-Seite und legt sie über das Programm, bevor es an die Plattform geht.
Was eine Browserquelle ist
Dienste wie StreamElements oder Streamlabs geben dir für dein Overlay eine Adresse. Hinter dieser Adresse liegt eine Webseite mit durchsichtigem Hintergrund. Die meiste Zeit zeigt sie nichts. Folgt dir jemand oder abonniert jemand, spielt die Seite eine Animation und einen Ton ab.
Die Seite erfährt von diesen Ereignissen selbst. Sie ist mit dem Dienst verbunden, bei dem du sie eingerichtet hast, und der kennt deinen Kanal. Der Browser, in dem sie läuft, muss dafür nichts über deinen Stream wissen. Er muss die Seite nur anzeigen und ihr Bild samt Ton in die Sendung geben.
Deshalb ist es gleichgültig, wo dieser Browser steht. Er kann in OBS auf deinem Rechner laufen oder auf einem Server im Rechenzentrum.
Warum ein Handy-Stream normalerweise keine Alerts hat
Eine Streaming-App auf dem Handy nimmt Kamera und Mikrofon auf, kodiert beides und sendet es los. Sie setzt das Bild nicht aus mehreren Ebenen zusammen, wie OBS es tut. Manche Apps können einzelne Elemente einblenden, aber das kostet Akku und Rechenleistung auf einem Gerät, das mit dem Kodieren schon gut beschäftigt ist. Außerdem hängt das Overlay dann an derselben wackeligen Verbindung wie dein Bild.
Die übliche Lösung war bisher ein OBS zu Hause: Das Handy sendet dorthin, OBS legt die Browserquellen darüber und sendet weiter. Das funktioniert, verlangt aber einen Rechner, der die ganze Zeit läuft. Die Varianten davon beschreibt OBS zu Hause oder in der Cloud.
Die Overlay-Seite im Studio
In PGM.NINJA gehört zu deinem Studio ein eigener Browser, der im Rechenzentrum läuft. Auf dem Tab „Overlay“ fügst du die Adresse deiner Seite ein. Das Studio legt die Seite über das Programm, mit ihrem Ton.
Dabei gilt:
- Was in OBS als Browserquelle funktioniert, funktioniert hier. Alerts, Widgets und Chat-Boxen von StreamElements, Streamlabs und ähnlichen Diensten nimmst du mit derselben Adresse, die du in OBS eintragen würdest.
- Die Seite läuft unabhängig von deiner Kamera. Fällt die Kamera aus, läuft das Overlay weiter. Ein Alert erscheint auch dann, wenn du gerade im Funkloch bist.
- Dein Handy hat damit nichts zu tun. Es sendet nur Kamera und Mikrofon. Das Overlay kostet weder Akku noch Bandbreite unterwegs.
- Der Ton der Seite geht mit auf Sendung. Der Sound eines Alerts kommt aus der Seite und wird über das Programm gemischt.
Die Adresse eines Overlays ist bei den meisten Diensten wie ein Passwort zu behandeln, denn wer sie kennt, kann das Overlay öffnen. Zeig sie nicht im Stream.
Wenn die Seite hängt
Auch im Rechenzentrum ist eine Webseite eine Webseite. Sie kann sich aufhängen oder ihre Anmeldung verlieren. Dafür gibt es auf dem Tab „Overlay“ zwei Knöpfe:
- „Seite neu laden“ lädt die Seite neu, wie die Aktualisieren-Taste in einem Browser.
- „Browser zurücksetzen“ startet den Overlay-Browser frisch. Das ist für eine Seite gedacht, die hängt oder ihren Login verloren hat.
Wann du welchen nimmst, steht in Overlay neu laden.
Die Grenzen
Das Overlay in PGM.NINJA ist bewusst einfach gehalten, und du solltest wissen, was es nicht ist.
- Genau eine Seite. Es gibt eine Overlay-Seite, nicht mehrere nebeneinander.
- Immer über das ganze Bild. Die Seite liegt vollflächig über dem Programm. Du kannst sie im Studio nicht verschieben oder skalieren. Wo ein Alert erscheint, legst du in der Seite selbst fest, also im Editor des Dienstes, von dem sie stammt.
- Dieselbe Seite über jeder Szene. Eine Szene ist ein Eingang. Unterschiedliche Overlays je Szene gibt es nicht.
- Kein Bild im Bild. Mehrere Kameras nebeneinander oder ineinander anzuordnen ist nicht möglich.
In der Praxis heißt das: Wenn du in OBS mehrere Browserquellen benutzt, etwa Alerts und eine Chat-Box, brauchst du eine Seite, die beides enthält. Die Overlay-Editoren der genannten Dienste sind dafür gemacht, mehrere Elemente auf einer Fläche anzuordnen und unter einer Adresse auszugeben.
Wer ein aufwendiges Layout mit vielen einzeln platzierten Quellen, Texten, Bildern und Videos braucht, ist mit einem vollständigen OBS besser bedient, ob zu Hause oder gemietet. Der Vergleich steht in Relay, Cloud-OBS oder Cloud-Studio.
Einrichten in Kürze
- Baue dein Overlay bei deinem Dienst so, dass alles auf einer Seite in der Größe deines Streams liegt.
- Kopiere die Adresse, die du sonst in die Browserquelle von OBS einträgst.
- Füge sie in deinem Studio auf dem Tab „Overlay“ ein.
- Löse bei deinem Dienst einen Test-Alert aus und prüfe in der Regie, ob er zu sehen und zu hören ist.