Die Wahl der App entscheidet sich fast immer am Handy: Moblin läuft auf iOS, IRL Pro auf Android, Larix Broadcaster auf beiden. Alle drei senden SRT. Damit kannst du mit jeder von ihnen an einen Server senden, der deinen Stream hält, wenn dein Mobilfunk kurz ausfällt.
Einen Sieger gibt es in diesem Vergleich nicht. Nimm die App, die auf deinem Gerät läuft, und stelle sie sauber ein. Das bringt mehr als jeder Wechsel.
Die drei im Überblick
| App | Läuft auf | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Moblin | iOS | kostenlos und Open Source; sendet unter anderem SRT, SRTLA und RTMP |
| IRL Pro | Android | für IRL gemacht; sendet SRT und kann SRTLA |
| Larix Broadcaster | iOS und Android | dieselbe App auf beiden Systemen; sendet SRT |
Mehr steht hier absichtlich nicht. Die Apps ändern sich mit jedem Update, und eine Liste von Funktionen, die heute stimmt, ist in drei Monaten falsch. Schau für Einzelheiten auf die Seite der jeweiligen App.
Was alle drei gemeinsam haben
SRT. Das Protokoll läuft über UDP und fordert verlorene Pakete innerhalb eines Zeitfensters nach. Dieses Zeitfenster heißt Latenz und ist in jeder der drei Apps eine Einstellung. Was dahintersteckt, erklärt Was ist SRT?.
Dieselben Stellschrauben. Codec, Auflösung, Bildrate, Bitrate, Keyframe-Abstand und der Ton. Diese Werte entscheiden über deinen Stream, nicht der Name der App:
- H.264 als Codec, wenn dein Empfänger kein H.265 annimmt
- 720p oder 1080p
- konstante Bitrate, 3 bis 4 Mbit/s im wackeligen Mobilfunk, 6 Mbit/s bei gutem 5G oder WLAN
- ein Keyframe alle 2 Sekunden
- AAC, Stereo, 128 bis 160 kbit/s, 48 kHz
Dieselbe Abhängigkeit vom Handy. Wärme, Akku und Empfang sind bei allen dreien dieselben, weil sie vom Gerät kommen. Eine App macht ein überhitztes Handy nicht kühler.
Woran du die Wahl festmachst
- Dein Betriebssystem. iPhone: Moblin oder Larix. Android: IRL Pro oder Larix.
- Ob du Bonding brauchst. Moblin und IRL Pro können SRTLA senden, also mehrere Verbindungen bündeln. Das nützt nur, wenn dein Empfänger SRTLA versteht.
- Ob ihr zu mehreren seid. Wenn ein Team mit iPhones und Android-Geräten sendet, hat eine App, die auf beiden läuft, einen praktischen Vorteil: Ihr erklärt die Einstellungen nur einmal.
- Was dir beim Test auffällt. Installiere die Kandidaten, sende mit jedem eine halbe Stunde und achte auf Wärme, Akkuverbrauch und darauf, ob du die Bedienung unterwegs mit einer Hand hinbekommst.
Punkt 4 ersetzt jeden Vergleichsartikel. Dein Handy, dein Netz und deine Gewohnheiten sind andere als die des Testers.
Die App ist nur die halbe Strecke
Jede der drei Apps kann direkt per RTMP zur Plattform senden oder per SRT an eine Station dazwischen. Der Unterschied zeigt sich im Funkloch: Beim direkten Weg beendet die Plattform den Stream, wenn die Verbindung für einen Moment weg ist. Mit einer Station dazwischen bleibt der Kanal online.
Solche Stationen gibt es in mehreren Bauarten: ein Relay zu deinem OBS zu Hause, ein gemietetes OBS in der Cloud oder ein Studio im Browser. Der Überblick steht in Cloud-OBS, Relay oder Studio.
Die drei Apps und PGM.NINJA
PGM.NINJA ist ein solches Studio. Es nimmt alles an, was SRT sendet, also alle drei Apps, dazu OBS, vMix, ffmpeg und Hardware-Encoder. Für jede App gilt dasselbe:
- Die Adresse steht im Studio auf dem Tab „Eingänge“ in der Form
srt://<host>:<port>?streamid=<id>. Manche Apps wollen Host, Port und Stream-ID in getrennten Feldern. - Die App baut die Verbindung auf, das Studio wartet darauf. Eine Passphrase gibt es nicht.
- Der Codec muss H.264 sein. H.265 nimmt das Studio als Eingang nicht an.
- Die Latenz stellst du in der App ein. Das Studio arbeitet mit 200 ms, ein größerer Wert der App gilt.
Eine Einschränkung betrifft genau den zweiten Punkt der Auswahlliste: PGM.NINJA empfängt heute kein SRTLA. Bonding ist geplant. Bis dahin sendest du aus Moblin und IRL Pro einfaches SRT über eine einzelne Verbindung, und das funktioniert. Wenn du auf Bonding angewiesen bist, passt heute ein Relay-Dienst mit SRTLA besser zu dir, siehe IRLHost und IRLServer im Vergleich.
Weil bis zu acht Quellen gleichzeitig senden können, dürfen die Apps auch gemischt sein: ein iPhone mit Moblin, ein Android-Handy mit IRL Pro und ein Laptop mit OBS als drei Eingänge desselben Studios. In der Regie ist jeder Eingang eine Szene, zwischen denen du schneidest.
Ein Test, der sich lohnt
Egal welche App: Sende zu Hause eine Stunde über Mobilfunk und schalte zwischendurch den Flugmodus ein. Du siehst dann, wie lange die App braucht, um die Verbindung wieder aufzubauen, und was deine Zuschauer in der Zwischenzeit sehen. Dieser eine Versuch sagt dir mehr über dein Setup als jede Tabelle.