Wer von unterwegs streamt, sendet besser nicht direkt an die Plattform, sondern an eine Station dazwischen, die den Stream hält, wenn das Netz ausfällt. Solche Stationen gibt es in drei Arten: als Relay, das an dein eigenes OBS zu Hause weiterreicht, als gemietetes OBS in der Cloud und als Studio, das du im Browser bedienst.

Keine davon ist grundsätzlich die beste. Sie unterscheiden sich darin, was zu Hause laufen muss, wer die Szenen schaltet und wie du bezahlst. Die Angaben zu den genannten Anbietern haben den Stand Oktober 2026.

Die drei Arten im Überblick

Relay Cloud-OBS Cloud-Studio
Was es ist Server, der deinen Stream annimmt und weiterreicht gemieteter Rechner, auf dem OBS läuft Dienst, der selbst mischt und sendet
Was zu Hause laufen muss ein PC mit OBS und ein stabiler Upload nichts nichts
Wer die Szenen schaltet dein OBS, oft automatisch nach Bitrate das OBS in der Cloud, oft automatisch du in der Regie im Browser
Typisches Preismodell günstig Monatsabo bei PGM.NINJA pro Tag, ohne Abo
Stark bei Preis, volle Kontrolle über dein OBS alle OBS-Funktionen ohne eigenen Rechner mehrere Quellen und Ziele ohne Rechnerpflege

Relay

Ein Relay ist ein Server, der deinen Stream von unterwegs annimmt, meist per SRT oder SRTLA, und ihn an das OBS bei dir zu Hause weitergibt. Dein OBS baut daraus die Sendung und schickt sie an die Plattform. Fällt das Signal aus, schaltet OBS auf eine Pausenszene.

Beispiele:

  • IRLHost bietet private SRT/SRTLA-Relay-Server, automatisches Umschalten der Szenen, Chat-Befehle für Twitch und Kick und eine Überwachung der Verbindung.
  • IRLServer ist ein SRT/SRTLA-Relay-Dienst und entwickelt ein OBS-Plugin (obs-irl-source).
  • BELABOX Cloud ist das Relay zum BELABOX-Encoder, mit SRTLA-Bonding.
  • NOALBS ist kostenlos und Open Source. Es schaltet die Szenen deines eigenen OBS nach der Bitrate deines Ingest-Servers (live, niedrige Bitrate, Pause) und bietet Chat-Befehle. OBS und den Ingest betreibst du selbst.

Gut daran: Relays sind mit Abstand die günstigste Lösung. Du behältst dein gewohntes OBS mit allen Szenen und Plugins, und viele Relays nehmen gebündelte Mobilfunkverbindungen (SRTLA) an.

Der Preis dafür: Zu Hause muss ein Rechner mit OBS laufen, solange du streamst, und dein Anschluss dort muss halten. Stürzt OBS ab oder startet der Router neu, während du drei Stunden entfernt bist, ist der Stream weg.

Cloud-OBS

Hier läuft OBS nicht bei dir, sondern auf einem gemieteten Rechner im Rechenzentrum. Du richtest es einmal ein und steuerst es aus der Ferne.

Beispiele:

  • IRLToolkit stellt jedem Kunden einen OBS-Server mit GPU. Fällt der Ingest aus, erscheint automatisch ein anpassbarer Pausenbildschirm. Dazu kommen das volle OBS mit Szenen, Text, Bildern, Medien und Browserquellen, ein Web-Dashboard und ein Twitch-Bot. Angenommen werden RTMP oder SRT, H.264 oder H.265. Der Tarif Standard kostet 129 $ im Monat (1080p60, Ausgabe bis 7,5 Mbit/s, ein Ingest, 2 Ziele), Advanced 179 $ im Monat (5 Ziele, mehrere Ingests auf Anfrage).
  • streamingserver.io vermietet als „IRL Broadcasting Server“ einen dedizierten Server, auf dem OBS Studio dauerhaft läuft, mit automatischem Umschalten der Szenen, RTMP, SRT und SRTLA als Eingang und optionalem Twitch-Chat-Bot, ab 99 € im Monat (79 € im Monat bei jährlicher Zahlung).
  • IRLHost Pro ergänzt das Relay von IRLHost um ein Cloud-OBS für 29,99 € im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer.

Gut daran: Du hast alles, was OBS kann, einschließlich einer automatischen Pausenszene, und zu Hause muss nichts laufen.

Der Preis dafür: Du zahlst monatlich, auch wenn du wenig streamst, und du betreust weiterhin ein OBS, nur auf einem fremden Rechner. Den Vergleich im Einzelnen findest du in Cloud-OBS mieten oder Studio.

Cloud-Studio

Ein Cloud-Studio ist kein ferngesteuertes OBS, sondern ein Dienst, der für diesen Zweck gebaut ist. Du bedienst ihn im Browser.

PGM.NINJA gehört in diese Gruppe. Dein Studio nimmt bis zu acht Quellen per SRT an, zeigt sie in einer Regie mit Programm und Vorschau, legt eine Overlay-Seite darüber und sendet das Ergebnis an bis zu acht RTMP(S)-Ziele. Bezahlt wird pro Tag statt pro Monat: 10 € für einen Tag, 20 € für drei, 150 € für dreißig, jeweils netto, ohne Abo. Gekaufte Tage verfallen nicht, und jeder Tag enthält alle Eingänge und Ziele. Die Server stehen in Deutschland.

Was es nicht kann: Es ist kein OBS. Es gibt genau eine Overlay-Seite über dem ganzen Bild, keine frei platzierbaren Quellen und keine Plugins. Der Schnitt auf eine andere Quelle geschieht von Hand; eine automatische Pausenszene ist geplant, aber noch nicht gebaut. SRTLA-Bonding nimmt das Studio ebenfalls noch nicht an. Außerdem läuft PGM.NINJA in einer geschlossenen Beta mit Warteliste.

Welche Art passt zu dir

  • Du streamst fast täglich, allein, mit einem Rucksack und Bonding: Ein Relay oder ein Cloud-OBS passt besser. Die automatische Pausenszene und SRTLA sind dort vorhanden, und bei täglicher Nutzung kann ein Monatspreis günstiger sein als Tagespreise.
  • Du hast aufwendige OBS-Szenen und willst sie behalten: Cloud-OBS, oder ein Relay, wenn zu Hause ohnehin ein Rechner läuft.
  • Du streamst an einzelnen Tagen, etwa Events oder Reisen: Ein Tagespreis ist dann günstiger als ein Abo. Eine Rechnung dazu steht in Abo oder Tagespreis.
  • Du hast mehrere Kameras an verschiedenen Orten oder jemanden, der Regie führt: Dafür ist ein Cloud-Studio mit Programm und Vorschau gemacht.
  • Du willst nichts ausgeben und bastelst gern: NOALBS mit eigenem OBS und eigenem SRT-Server kostet nur deine Zeit, siehe SRT-Server selbst hosten.

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