Beide Wege nehmen dir den Rechner zu Hause ab: Deine Kamera sendet an einen Server im Rechenzentrum, und der hält den Stream zur Plattform, auch wenn dein Mobilfunk kurz weg ist. Bei einem gemieteten OBS-Server läuft dort OBS Studio, das du wie zu Hause einrichtest. Bei einem Cloud-Studio wie PGM.NINJA läuft dort eine Regie, die du im Browser bedienst.
Die kurze Antwort: Wenn du deine Szenen in OBS gebaut hast oder eine automatische Pausenszene brauchst, miete ein OBS. Wenn du zwischen mehreren Kameras umschalten, ein Overlay darüberlegen und nur an Sendetagen zahlen willst, reicht ein Studio.
Alle Angaben zu anderen Anbietern sind Stand Oktober 2026 und stammen von deren Webseiten. Prüfe sie dort, bevor du dich entscheidest.
Was ein gemietetes OBS ist
Drei Beispiele, die diesen Weg anbieten:
- IRLToolkit (irltoolkit.com): ein Cloud-OBS-Server pro Kunde auf einer GPU, mit Web-Dashboard und Twitch-Bot. Bricht der Ingest ab, zeigt es von selbst einen anpassbaren „Be right back“-Bildschirm. Ingest per RTMP oder SRT, H.264 oder H.265. Tarife: Standard für 129 $ im Monat (1080p60, Ausgabe auf 7,5 Mbit/s begrenzt, ein Ingest, 2 Ziele), Advanced für 179 $ im Monat (5 Ziele, mehrere Ingests auf Anfrage).
- streamingserver.io (streamingserver.io): der „IRL Broadcasting Server“ ist ein gemieteter dedizierter Server, auf dem OBS Studio dauerhaft läuft. Automatische Szenenumschaltung, Eingang per RTMP, SRT oder SRTLA, ein Twitch-Chat-Bot als Option. Ab 99 € im Monat, bei jährlicher Zahlung 79 € im Monat.
- IRLHost Pro: IRLHost betreibt private SRT/SRTLA-Relay-Server; „IRLHost Pro“ ergänzt ein Cloud-OBS für 29,99 € im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer.
Was das gemietete OBS besser kann
- Alles, was OBS kann. Szenen mit Text, Bildern, Medien und Browserquellen, mehrere Quellen in einem Bild angeordnet, Übergänge. PGM.NINJA kennt das nicht: Eine Szene ist ein Eingang, darüber liegt genau eine Overlay-Seite über das ganze Bild, und der Schnitt ist hart.
- Automatik bei Ausfall. IRLToolkit zeigt die Pausenszene von selbst, streamingserver.io schaltet Szenen automatisch um. In PGM.NINJA bleibt der Stream online und das Overlay läuft weiter, aber umschalten musst du von Hand. Eine automatische Ausweichszene ist geplant.
- Mehr Eingangsformate. IRLToolkit nimmt auch RTMP und H.265, streamingserver.io auch RTMP und SRTLA. PGM.NINJA nimmt SRT mit H.264 und AAC. SRTLA-Bonding ist geplant und nicht gebaut.
- Ein Hinweis zu uns. PGM.NINJA ist in der geschlossenen Beta: Du meldest dich an und stehst auf der Warteliste.
Was beim Studio anders ist
- Du zahlst pro Tag. 1 Tag 10 €, 3 Tage 20 €, 30 Tage 150 €, netto, im Voraus, ohne Abo. Gekaufte Tage verfallen nie. Ein Monat ohne Stream kostet nichts.
- Acht Eingänge und acht Ziele an jedem Tag. Du brauchst keinen höheren Tarif für die zweite Kamera oder das dritte Ziel.
- Kein OBS, das du pflegst. Du richtest keine Szenensammlung ein und hältst keine Plugins aktuell. Du trägst die SRT-Adresse in deine App ein, fügst die URL deines Overlays ein und schaltest die Ziele an.
- Regie mit Programm und Vorschau. Du legst eine Kamera auf Vorschau, prüfst Bild und Ton und holst sie mit „Take“ ins Programm. Alle Eingänge laufen im Hintergrund mit, deshalb sitzt der Schnitt sofort.
- Fernsteuerung wie bei OBS. Das Studio spricht das OBS-WebSocket-Protokoll. Bitfocus Companion, Stream-Deck-Plugins für OBS oder OBS Blade schalten es wie ein OBS.
- Kanäle teilen ohne Stream-Key und Server in Deutschland.
Der Vergleich in einer Tabelle
| Gemietetes OBS | PGM.NINJA | |
|---|---|---|
| Was auf dem Server läuft | OBS Studio | eine Regie, bedient im Browser |
| Szenen | alles, was OBS kann | eine Szene ist ein Eingang, dazu eine Overlay-Seite |
| Kamera fällt aus | Automatik bei IRLToolkit und streamingserver.io | Stream bleibt online, du schneidest von Hand |
| Eingänge | je nach Anbieter RTMP, SRT, SRTLA, H.265 | SRT mit H.264, bis zu 8 gleichzeitig |
| Ziele | je nach Tarif, bei IRLToolkit 2 oder 5 | bis zu 8 |
| Bezahlung | pro Monat | pro Tag, Tage verfallen nie |
| Verfügbarkeit | siehe Anbieter | geschlossene Beta mit Warteliste |
Was die Bezahlung ausmacht
Ein Monatspreis fällt an, ob du an zwei Tagen sendest oder an dreißig. Ein Tagespreis fällt nur an Tagen an, an denen du dein Studio öffnest. Wer zweimal im Monat sendet, zahlt bei uns 20 € netto, aus einem 30-Tage-Paket gerechnet 10 €. Wer jeden Tag sendet, zahlt 150 € netto und liegt damit in der Größenordnung der Monatstarife oder darüber. Die Rechnung mit allen Zahlen steht in Abo oder Tagespreis.
Beachte beim Vergleichen: IRLToolkit nennt Dollar, wir nennen Euro, und auf unsere Preise kommt die deutsche Mehrwertsteuer.
Für wen was passt
Miete ein OBS, wenn
- deine Szenen aus mehreren Quellen, Texten oder Videos bestehen,
- du allein unterwegs bist und niemand umschalten kann, wenn das Netz weg ist,
- dein Encoder H.265, RTMP oder SRTLA sendet und das so bleiben soll,
- du fast täglich sendest.
Nimm ein Studio, wenn
- du Kameras umschaltest und ein Overlay mit Alerts und Chat darüberlegst,
- du an manchen Tagen sendest und an vielen nicht,
- jemand an der Regie sitzt, auch am Handy,
- du mehrere Kameras und mehrere Plattformen hast und nicht über Tarifgrenzen nachdenken willst.