Wer unterwegs streamt und dabei mehr will als das nackte Handybild, landet meist bei dieser Lösung: Zu Hause läuft ein PC mit OBS, das Handy sendet dorthin, und OBS schickt den fertigen Stream an Twitch. Das funktioniert, kostet keine Miete und kann alles, was OBS kann. Der Preis dafür ist, dass dein Stream an zwei Dingen hängt, die du unterwegs nicht in der Hand hast: am Rechner und an der Leitung zu Hause.

Ein Cloud-Studio nimmt dir beides ab und kostet dafür Geld pro Sendetag. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie verlässlich dein Zuhause ist und wie oft du sendest.

Was der Aufbau zu Hause braucht

  • Einen PC, der läuft, solange du sendest. Mit gestartetem OBS, eingerichteten Szenen und einem Encoder, der die Auflösung schafft.
  • Eine Heimleitung mit genug Upload. Der Stream zur Plattform geht von dort aus. Für 1080p60 empfiehlt Twitch höchstens etwa 6 Mbit/s; das muss dein Upload dauerhaft hergeben, auch wenn zu Hause sonst jemand im Netz ist.
  • Einen Weg von außen hinein. Dein Handy muss den PC erreichen. Das geht über eine Portfreigabe im Router oder über ein Relay, das den Feed annimmt und weiterreicht.
  • Einen Fernzugriff. Wenn unterwegs eine Szene hängt oder OBS neu gestartet werden muss, brauchst du Zugriff auf den Rechner oder jemanden, der zu Hause ist.
  • Strom. Ein Rechner, der für einen langen Stream durchläuft, verbraucht ihn auch.

Was passiert, wenn zu Hause etwas ausfällt

Solange nur dein Mobilfunk schwächelt, hält das OBS zu Hause den Stream zur Plattform, genau wie ein Server im Rechenzentrum. Kritisch wird es, wenn das Zuhause selbst ausfällt:

  • Die Heimleitung ist weg oder der Router startet neu. Dann reißt die Verbindung zur Plattform ab. Twitch beendet einen Stream, dessen Ingest kurze Zeit fehlt; die Zuschauer sehen den Kanal offline.
  • Der PC friert ein, installiert ein Update oder geht in den Ruhezustand. Das Ergebnis ist dasselbe.
  • Der Strom fällt aus. Dann kommst du auch per Fernzugriff nicht mehr heran.

In allen drei Fällen hat dein Handy vielleicht bestes Netz, und du kannst trotzdem nichts tun, bis du wieder zu Hause bist.

Was OBS zu Hause besser kann

Das soll nicht untergehen: Der eigene Rechner ist in vielem die stärkere Lösung.

  • Er kostet keine Miete. OBS Studio ist kostenlos. Wenn der PC ohnehin da ist, bleiben Strom und Leitung.
  • Er kann alles, was OBS kann. Szenen aus mehreren Quellen, Text, Bilder, Videos, Übergänge, Plugins, Aufnahme. PGM.NINJA kann davon nur einen Teil: Eine Szene ist ein Eingang, darüber liegt eine Overlay-Seite, der Schnitt ist hart, und eine Aufzeichnung gibt es nicht.
  • Automatische Pausenszene. Mit dem freien Werkzeug NOALBS schaltet dein OBS abhängig von der Bitrate von selbst auf eine „Be right back“-Szene. Bei uns ist das geplant und nicht gebaut.
  • Bonding. Zusammen mit einem passenden Relay nimmt dein Aufbau SRTLA an. PGM.NINJA nimmt einfaches SRT.
  • Alles gehört dir. Kein Anbieter, keine Warteliste, keine Abhängigkeit. PGM.NINJA ist in der geschlossenen Beta.

Was ein Cloud-Studio anders macht

Bei PGM.NINJA sendet dein Handy per SRT an dein Studio im Rechenzentrum. Dort entsteht das Programm, und von dort geht es an bis zu acht Ziele gleichzeitig. Bricht dein Mobilfunk ab, bleibt der Stream zur Plattform online und dein Overlay läuft weiter. Das Bild der Kamera fehlt, bis sie wieder da ist oder du auf eine andere Quelle schneidest.

Dein Zuhause kommt in dieser Kette nicht vor. Kein PC muss laufen, keine Portfreigabe muss stimmen, und die Regie bedienst du im Browser, auch am Handy. Die Server stehen in Deutschland.

Bezahlt wird pro Tag, an dem du dein Studio öffnest: 1 Tag 10 €, 3 Tage 20 €, 30 Tage 150 €, netto, im Voraus und ohne Abo. Gekaufte Tage verfallen nie.

Der Vergleich in einer Tabelle

OBS zu Hause PGM.NINJA
Kosten keine Miete; Strom, Leitung, Rechner pro Sendetag, ab 10 € netto
Was laufen muss PC, OBS, Router, Heimleitung nichts bei dir zu Hause
Funktionen alles, was OBS und seine Plugins können Umschalten, Tonregler pro Eingang, eine Overlay-Seite
Automatische Pausenszene ja, mit NOALBS nein, geplant
SRTLA-Bonding ja, mit passendem Relay nein, geplant
Heimleitung fällt aus Stream ist weg betrifft den Stream nicht
Eingreifen von unterwegs Fernzugriff auf den PC Regie im Browser
Aufzeichnung ja nein

Für wen was passt

Bleib bei OBS zu Hause, wenn

  • dein PC und deine Leitung seit Monaten ohne Aussetzer laufen,
  • du deine Szenen in OBS gebaut hast und sie so behalten willst,
  • du allein unterwegs bist und die automatische Pausenszene brauchst,
  • du oft sendest und die Kosten niedrig bleiben sollen.

Ein Cloud-Studio passt, wenn

  • du keinen Rechner hast, den du stundenlang laufen lassen willst,
  • dein Upload zu Hause knapp oder unzuverlässig ist,
  • du auf Reisen bist und zu Hause tagelang niemand nachsehen kann,
  • du an einzelnen Tagen sendest und dafür keinen Aufbau pflegen willst.

Ein Mittelweg ist, den Aufbau zu Hause zu behalten und für Reisen oder wichtige Termine einzelne Tage zu kaufen. Weil die Tage nicht verfallen, kostet dich das Vorhalten nichts.

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