Alles, was du für einen ausfallsicheren IRL-Stream brauchst, gibt es als freie Software. Ein SRT-Server nimmt dein Bild an, OBS macht daraus den Stream, und ein Werkzeug wie NOALBS schaltet die Szenen um, wenn die Bitrate einbricht. Wer das selbst aufbaut, zahlt nur den Server und hat die volle Kontrolle. Er betreibt dann aber auch ein kleines System aus mehreren Teilen, das am Sendetag funktionieren muss.
Die kurze Antwort: Selbst hosten lohnt sich, wenn dir die Technik Freude macht und du oft sendest. Mieten lohnt sich, wenn du senden willst und dich der Betrieb nicht interessiert.
Dieser Artikel beschreibt die Bausteine und nennt keine Befehle oder Konfigurationen. Die stehen in der Dokumentation der jeweiligen Projekte und ändern sich mit deren Versionen.
Die Bausteine eines eigenen Aufbaus
- Ein Server. Entweder ein PC bei dir zu Hause oder eine gemietete Maschine im Rechenzentrum. Er muss aus dem Internet erreichbar sein, und zwar per UDP, denn darüber läuft SRT.
- Ein SRT-Server. Ein Programm, das dein Bild von unterwegs annimmt und weitergibt. Verbreitet ist SRT Live Server, kurz SLS, das oft als Docker-Container betrieben wird.
- Docker, wenn du die Teile als Container laufen lässt. Dann gehört dazu, Container zu starten, ihre Einstellungen zu pflegen und ihre Protokolle zu lesen.
- OBS, das irgendwo läuft. OBS Studio holt sich den Feed vom SRT-Server, mischt Szenen und Overlays und sendet an die Plattform. Auf einem gemieteten Server heißt das: eine Maschine, die das Kodieren schafft, und ein Weg, die Oberfläche von OBS aus der Ferne zu bedienen.
- NOALBS für die Szenenumschaltung. NOALBS ist frei und quelloffen. Es schaltet die Szenen deines eigenen OBS abhängig von der Bitrate am Ingest-Server um (live, niedrige Bitrate, „Be right back“) und bietet Chat-Befehle. Stand Oktober 2026.
- Updates. Betriebssystem, SRT-Server, OBS und NOALBS werden unabhängig voneinander weiterentwickelt. Du entscheidest, wann du aktualisierst, und prüfst danach, ob noch alles zusammenspielt.
- Überwachung. Jemand muss merken, wenn ein Teil nicht mehr läuft, am besten bevor du auf Sendung gehst.
Keiner dieser Schritte ist für sich schwer. Die Arbeit liegt darin, dass es sieben sind und dass du für alle zuständig bist.
Was der eigene Aufbau besser kann
- Die Software ist frei. Du zahlst nur den Server, und zu Hause nicht einmal den.
- Volle Kontrolle. Du bestimmst Standort, Leistung, Versionen und jede Einstellung. Niemand ändert etwas an deinem Aufbau außer dir.
- Alles, was OBS kann. Szenen aus mehreren Quellen, Text, Bilder, Videos, Übergänge, Plugins, Aufnahme.
- Funktionen, die uns fehlen. Die automatische Pausenszene über NOALBS gibt es bei PGM.NINJA nicht; sie ist geplant. Dasselbe gilt für SRTLA-Bonding, für H.265 als Eingang und für eine Aufzeichnung.
- Keine Warteliste. PGM.NINJA ist in der geschlossenen Beta, deinen eigenen Server kannst du heute aufsetzen.
Was ein gemietetes Studio anders macht
Bei PGM.NINJA entfallen die sieben Bausteine. Du bekommst im Studio pro Eingang eine SRT-Adresse der Form
srt://<host>:<port>?streamid=<id>, trägst sie in deine App oder deinen Encoder ein, und sie bleibt
normalerweise für jeden Stream dieselbe. Bis zu acht Quellen senden gleichzeitig. In der Regie im Browser
schaltest du zwischen ihnen um, mischst den Ton und legst eine Overlay-Seite darüber. Das Programm geht an bis
zu acht Ziele.
Fällt eine Kamera aus, bleibt der Stream zur Plattform online. Umschalten musst du von Hand.
Bezahlt wird pro Tag, an dem du dein Studio öffnest: 1 Tag 10 €, 3 Tage 20 €, 30 Tage 150 €, netto, ohne Abo. Gekaufte Tage verfallen nie. Fällt dein Studio an einem bezahlten Tag aus Gründen aus, die wir zu vertreten haben, bekommst du den Tag zurück.
Der Vergleich in einer Tabelle
| Selbst gehostet | PGM.NINJA | |
|---|---|---|
| Kosten | Server und deine Zeit | pro Sendetag, ab 10 € netto |
| Einrichtung | Server, SRT-Server, OBS, NOALBS | SRT-Adresse eintragen, Ziele anschalten |
| Updates und Überwachung | machst du | machen wir |
| Funktionen | alles, was OBS und Plugins können | Umschalten, Tonregler pro Eingang, eine Overlay-Seite |
| Automatische Pausenszene | ja, mit NOALBS | nein, geplant |
| SRTLA, H.265, Aufzeichnung | möglich, je nach Aufbau | nein |
| Wenn etwas ausfällt | suchst und behebst du es | unser Fehler: Tag zurück |
| Kontrolle | vollständig | das, was das Studio anbietet |
Die ehrliche Rechnung
Ein PC zu Hause kostet keine Miete, und ein gemieteter Server kostet einen festen Betrag im Monat, egal wie oft du sendest. Rein nach Geld gewinnt der eigene Aufbau deshalb meist, sobald du regelmäßig sendest. Vergleiche den Preis des Servers, den du für OBS brauchst, mit der Zahl deiner Sendetage.
Was dagegen steht, ist Zeit. Die Einrichtung braucht beim ersten Mal Geduld. Danach kommt die Pflege, und die fällt gern dann an, wenn nach einem Update etwas nicht mehr zusammenpasst. Wer drei Monate nicht gesendet hat, prüft am besten den ganzen Aufbau, bevor er wieder live geht.
Für wen was passt
Hoste selbst, wenn
- du gern mit Servern arbeitest und Fehler selbst suchst,
- du die volle Freiheit von OBS brauchst,
- du auf die automatische Pausenszene oder auf Bonding angewiesen bist,
- du oft sendest und die laufenden Kosten zählen.
Miete ein Studio, wenn
- du dich um keinen Server kümmern willst,
- du selten oder unregelmäßig sendest und der Aufbau dazwischen veralten würde,
- mehrere Kameras von verschiedenen Orten zusammenkommen,
- jemand an der Regie sitzt und von Hand schaltet.