Wer mit StreamYard angefangen hat und jetzt Kameras statt Webcams einsetzen will, sucht oft „StreamYard, nur für Kameras“. Das ist PGM.NINJA nicht ganz. Beides läuft im Browser und beides sendet an mehrere Plattformen gleichzeitig. Der Ausgangspunkt ist aber ein anderer: Ein Browser-Studio wie StreamYard ist um Gäste herum gebaut, die per Link mit Webcam und Mikrofon dazukommen. PGM.NINJA ist um Quellen herum gebaut, die SRT senden, also Kameras mit Encoder, Handys mit einer Streaming-App oder ein OBS an einem anderen Ort.

Gäste per Link gibt es bei uns nicht. Wenn deine Sendung davon lebt, bleib bei StreamYard.

Was wir über StreamYard sagen, ist Stand Oktober 2026 und bewusst wenig: ein Browser-Studio mit Multistreaming, gebaut für Gäste per Link, im Abo. Zu Preisen und dazu, ob und wie es SRT annimmt, sagen wir nichts. Das erfährst du beim Anbieter.

Fall 1: Die Gesprächsrunde

Du moderierst, zwei oder drei Gäste sitzen zu Hause vor dem Laptop, jede Woche andere.

Hier ist ein Browser-Studio die richtige Wahl. Der Gast bekommt einen Link, erlaubt Kamera und Mikrofon und ist dabei, ohne App und ohne Encoder.

Das kann PGM.NINJA nicht. Jede Quelle braucht etwas, das SRT sendet. Dazu kommt: Eine Szene ist genau ein Eingang. Bild-in-Bild und Layouts mit mehreren Gesichtern nebeneinander, wie eine Gesprächsrunde sie braucht, sind nicht gebaut.

Fall 2: Das Event mit drei Kameras

Ein Turnier, ein Konzert, ein Vereinsabend. Eine Kamera steht in der Totale, eine am Spielfeldrand, eine ist ein Handy in der Hand. Jemand sitzt an der Regie und schaltet um.

Das ist der Fall, für den PGM.NINJA gebaut ist. Jede Kamera sendet per SRT an ihre eigene Adresse im Studio, bis zu acht gleichzeitig und jede von irgendwo. In der Regie siehst du Programm und Vorschau. Du legst eine Kamera auf Vorschau, prüfst Bild und Ton und holst sie mit „Take“ ins Programm, oder du schneidest sie direkt hinein. Weil alle Eingänge im Hintergrund mitlaufen, sitzt der Schnitt sofort.

Dazu kommt die Tonregler pro Eingang mit Fader, „Stumm“, Mono und einem Bild-Ton-Versatz, falls eine Kamera den Ton früher liefert als das Bild. Über dem Bild liegt eine Overlay-Seite, zum Beispiel mit Spielstand oder Alerts. Die Regie lässt sich auch mit einem Stream Deck bedienen, denn das Studio spricht das OBS-WebSocket-Protokoll.

Was dir fehlen kann: Der Schnitt ist hart, Überblendungen sind geplant. Und eine Aufzeichnung macht das Studio nicht.

Fall 3: Unterwegs mit dem Handy

Du gehst durch die Stadt, das Handy sendet über Mobilfunk, und zwischendurch reißt das Netz ab.

SRT ist für solche Netze gemacht: Verlorene Pakete werden innerhalb eines Zeitfensters nachgeliefert. Reißt die Verbindung doch ganz ab, bleibt bei PGM.NINJA der Stream zur Plattform online und das Overlay läuft weiter. Das Bild der Kamera fehlt, bis sie wieder da ist oder du auf eine andere Quelle schneidest. Dieser Schnitt passiert von Hand. Eine Pausenszene, die sich von selbst einschaltet, ist geplant und nicht gebaut.

Auch SRTLA-Bonding, also mehrere Mobilfunkverbindungen gebündelt, nehmen wir noch nicht an. Eine einfache SRT-Verbindung aus Moblin, IRL Pro oder Larix funktioniert.

Die Unterschiede auf einen Blick

Browser-Studio für Gäste PGM.NINJA
Gedacht für Gespräche mit zugeschalteten Gästen Kameras, Handys und Encoder
So kommt eine Quelle hinein Link im Browser, Webcam und Mikrofon SRT-Adresse in App oder Encoder
Gäste per Link ja, der Kern des Produkts nein, nicht gebaut
Umschalten siehe Anbieter Regie mit Programm und Vorschau
Ziele mehrere Plattformen bis zu 8 RTMP(S)-Ziele gleichzeitig
Bezahlung Abo pro Sendetag, ohne Abo
Zugang siehe Anbieter geschlossene Beta mit Warteliste

Was es kostet

Bei PGM.NINJA kaufst du Tage im Voraus: 1 Tag 10 €, 3 Tage 20 €, 30 Tage 150 €. Das sind Nettopreise, die deutsche Mehrwertsteuer kommt dazu. Es gibt kein Abo, und gekaufte Tage verfallen nie. Jeder Tag enthält alle acht Eingänge und alle acht Ziele.

Für ein Event am Wochenende heißt das: ein 3-Tage-Paket für Aufbau, Samstag und Sonntag, und danach kostet es nichts, bis du wieder sendest. Wie das im Einzelnen zählt, steht in Tage und Preise.

Was du vorher wissen solltest

  • PGM.NINJA ist in der geschlossenen Beta. Du meldest dich mit Twitch oder Google an und stehst auf der Warteliste.
  • Die Eingänge sind SRT mit H.264 und AAC. H.265 nimmt das Studio nicht an.
  • Die Server stehen in Deutschland. Für Streams in Europa ist das gut; von weit außerhalb ist der Weg zum Studio länger.
  • Es gibt genau eine Overlay-Seite über das ganze Bild und keine eigenen Text-, Bild- oder Videoquellen.

Kurz gesagt

Sitzen deine Quellen vor einer Webcam, nimm ein Browser-Studio wie StreamYard. Stehen deine Quellen hinter einer Kamera, schau dir ein Studio an, das SRT annimmt. Ein fester Co-Kommentator, der bereit ist, eine SRT-App auf dem Handy einzurichten, ist bei uns eine Quelle wie jede Kamera. Für wechselnde Gäste ist das zu viel verlangt.

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