PGM steht für „Program“ und bezeichnet das Bild, das in diesem Moment gesendet wird. PVW steht für „Preview“, die Vorschau: das Bild, das als nächstes auf Sendung gehen soll. Beide Abkürzungen stammen aus der Fernsehregie und stehen dort auf Bildmischern, Monitoren und Beschriftungen.
Dahinter steckt eine einfache Arbeitsweise. Man schaut sich ein Bild erst an, bevor man es sendet. Diese Arbeitsweise ist auch für einen Stream mit zwei oder drei Kameras nützlich.
Der Bildmischer und seine zwei Reihen
In einer Fernsehregie laufen alle Kameras und Zuspieler an einem Gerät zusammen, dem Bildmischer. Sein Bedienfeld hat für die Quellen zwei Reihen von Tasten.
- Die Programm-Reihe bestimmt, welche Quelle gesendet wird. Ein Druck auf eine Taste dieser Reihe schneidet sofort um.
- Die Vorschau-Reihe bestimmt, welche Quelle vorbereitet wird. Ein Druck hier ändert am gesendeten Bild nichts.
In der Technik heißen diese beiden Wege „Busse“: der Programm-Bus und der Vorschau-Bus. Ein Bus ist eine Leitung, auf die man eine von vielen Quellen legen kann.
Dazu gehören zwei Monitore. Der eine zeigt das Programm, der andere die Vorschau. Wer Regie führt, wählt die nächste Kamera auf der Vorschau, prüft Bildausschnitt und Schärfe und gibt sie dann auf Sendung. In diesem Moment tauschen die beiden Busse: Was Vorschau war, ist jetzt Programm, und das bisherige Programm liegt auf der Vorschau. Das ist praktisch für Gespräche, weil man mit jedem Tastendruck zwischen zwei Kameras hin- und herwechselt.
Das rote Licht an der Kamera
Vorn an Studiokameras sitzt eine Lampe, das Tally-Licht. Sie leuchtet rot, solange diese Kamera auf dem Programm liegt. Wer vor der Kamera steht, weiß damit, in welche er schauen muss, und wer sie bedient, weiß, dass er jetzt nicht schwenken oder neu scharfstellen sollte. Viele Systeme zeigen zusätzlich in Grün an, welche Kamera auf der Vorschau liegt und gleich drankommt.
Die Farben haben sich auch auf den Monitoren der Regie gehalten: ein roter Rahmen für das Programm, ein grüner für die Vorschau.
Warum man das auch beim Streamen will
In OBS kennst du die Idee als Studio-Modus. Viele streamen ohne ihn, weil sie allein vor einer Kamera sitzen und selten umschalten. Sobald mehr dazukommt, zeigt sich, wofür die Vorschau da ist:
- Du siehst, ob die zweite Kamera überhaupt ein Bild liefert, bevor du auf sie schneidest.
- Du hörst, ob das Mikrofon dieser Quelle funktioniert und laut genug ist.
- Du kannst etwas einstellen, etwa die Lautstärke oder den Versatz zwischen Bild und Ton, ohne dass die Zuschauer dabei zusehen.
Ohne Vorschau merkst du einen Fehler erst, wenn er gesendet ist.
Woher PGM.NINJA seinen Namen hat
PGM.NINJA ist nach dem Programm-Bus benannt. Die Aufgabe des Dienstes ist, aus mehreren Quellen genau ein Programm zu machen und dafür zu sorgen, dass es bei der Plattform ankommt.
Die Regie im Browser ist wie ein kleiner Bildmischer aufgebaut:
- Es gibt zwei Busse, Programm und Vorschau, jeder mit Bild, Ton und Pegelanzeige.
- Eine Szene ist ein Eingang, also eine deiner Quellen. Ein Klick auf eine Szene legt sie auf die Vorschau.
- Take tauscht Vorschau und Programm, wie am Bildmischer.
- Schneiden bringt eine Szene direkt aufs Programm, ohne Umweg über die Vorschau.
- Mit „Mithören“ hörst du einen der beiden Busse im Browser.
Alle Eingänge laufen im Hintergrund mit, egal ob sie gerade auf Sendung sind. Ein Schnitt wirkt deshalb sofort, ohne dass eine Quelle erst anlaufen muss.
Zwei Dinge unterscheiden die Regie von einem großen Bildmischer, und beides solltest du vorher wissen. Der Wechsel ist ein harter Schnitt; Überblendungen sind geplant, aber noch nicht gebaut. Und die Bilder in der Regie sind Kontrollbilder mit wenigen Bildern pro Sekunde. Sie zeigen, was auf den Bussen liegt, nicht die Qualität, in der der Stream bei den Zuschauern ankommt.
Die Bedienung Schritt für Schritt steht in Programm und Vorschau.
Regie führen, ohne am Rechner zu sitzen
Im Fernsehen sitzt die Regie in einem eigenen Raum, weit weg von den Kameras. Bei einem Studio in der Cloud gilt dasselbe, nur ohne Raum: Die Regie läuft in jedem Browser, auch auf dem Handy. Wer umschaltet, muss nicht dort sein, wo gefilmt wird. Eine Person kann mit der Kamera unterwegs sein, während eine andere zu Hause die Regie führt.
Wer lieber echte Tasten drückt, kann das Studio auch fernsteuern. Es spricht das OBS-WebSocket-Protokoll, sodass Werkzeuge wie Bitfocus Companion, Stream-Deck-Plugins für OBS oder die App OBS Blade Szenen schalten können.
Die Begriffe in Kürze
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| PGM, Programm | das Bild und der Ton, die gerade gesendet werden |
| PVW, Vorschau | das, was als nächstes auf Sendung gehen soll |
| Bus | ein Weg im Mischer, auf den eine von mehreren Quellen gelegt wird |
| Take | Vorschau und Programm tauschen |
| Schnitt | harter Wechsel von einem Bild zum nächsten |
| Tally | Licht an der Kamera, das zeigt, dass sie auf Sendung ist |