Für einen IRL-Stream über Mobilfunk sind 3 bis 4 Mbit/s ein guter Ausgangswert. In einem guten 5G-Netz oder einem verlässlichen WLAN gehen 6 Mbit/s. Mehr lohnt sich nur auf einer Leitung, von der du weißt, dass sie hält.

Der Grund ist einfach: Ein Stream mit niedrigerer Bitrate, der gleichmäßig ankommt, sieht besser aus als ein Stream mit hoher Bitrate, der alle paar Sekunden stockt.

Richtwerte

Verbindung Video-Bitrate Auflösung
Wackeliges Mobilfunknetz, unterwegs, Menschenmengen 3–4 Mbit/s 720p
Gutes 5G, verlässliches WLAN, Glasfaser 6 Mbit/s 1080p
Leitung, die nachweislich gut ist mehr als 6 Mbit/s 1080p

Das sind Empfehlungen für den Weg von deiner Kamera ins Studio, keine festen Grenzen. Dazu kommt der Ton mit 128 bis 160 kbit/s.

Wenn dein Stream direkt oder über ein Relay unverändert an die Plattform geht, gilt außerdem deren Grenze. Twitch empfiehlt für 1080p60 höchstens etwa 6 Mbit/s. Solche Werte ändern sich, schau bei deiner Plattform nach.

Warum konstant und niedriger besser ist

Ein Mobilfunknetz liefert keine feste Bandbreite. Was ein Speedtest im Stehen anzeigt, ist ein Momentwert. Zwei Straßen weiter, in einer vollen Funkzelle oder beim Wechsel zwischen zwei Masten ist es ein Bruchteil davon.

Dein Encoder weiß davon nichts. Er erzeugt so viele Daten, wie du eingestellt hast. Passt das durch die Leitung, ist alles gut. Passt es nicht, gehen Pakete verloren oder kommen zu spät. SRT sendet verlorene Pakete nach, aber auch das Nachsenden braucht Bandbreite. Ist die Leitung mit dem Stream selbst schon ausgelastet, bleibt dafür nichts übrig, und die Verluste werden sichtbar: Klötzchen, eingefrorene Bilder, Lücken im Ton.

Deshalb zählt nicht, was dein Netz im besten Fall schafft, sondern was es fast immer schafft. Wähle die Bitrate so, dass darüber Luft bleibt.

Aus demselben Grund gehört die Bitrate auf konstant (CBR). Bei variabler Bitrate braucht eine unruhige Szene plötzlich ein Mehrfaches, und genau diese Spitzen passen dann nicht durch.

Was eine niedrigere Bitrate wirklich kostet

Weniger, als man denkt. Zwischen 4 und 6 Mbit/s sehen Zuschauer am Handy meist kaum einen Unterschied, solange das Bild ruhig ist. Den Unterschied sieht man bei schnellen Bewegungen, etwa beim Radfahren oder bei Schwenks durch eine Menschenmenge.

Wenn das Bild bei 3 bis 4 Mbit/s zu weich wird, hilft es mehr, die Auflösung auf 720p zu senken, als die Bitrate zu erhöhen. Dieselbe Datenmenge verteilt sich dann auf weniger Bildpunkte, und das Bild bleibt in Bewegung sauberer.

Datenvolumen pro Stunde

Die Bitrate bestimmt auch, wie schnell dein Datenvolumen aufgebraucht ist.

Video-Bitrate Datenmenge pro Stunde 4 Stunden Stream
3 Mbit/s etwa 1,35 GB etwa 5,4 GB
4 Mbit/s etwa 1,8 GB etwa 7,2 GB
6 Mbit/s etwa 2,7 GB etwa 10,8 GB

Dazu kommen der Ton, nachgesendete Pakete und alles, was dein Handy nebenbei tut, etwa der Chat. Rechne mit etwas Aufschlag. Im Ausland lohnt sich ein Blick in den Tarif, bevor du losgehst; dazu mehr in Reise-Stream im Ausland.

Die übrigen Einstellungen

Die Bitrate wirkt nur zusammen mit dem Rest. Für PGM.NINJA empfehlen wir:

  • Video in H.264, 1080p oder 720p, bis 60 Bilder pro Sekunde
  • konstante Bitrate
  • ein Keyframe alle 2 Sekunden
  • Ton in AAC, stereo, 128 bis 160 kbit/s bei 48 kHz

Das Keyframe-Intervall ist wichtiger, als es aussieht. Geht ein Paket endgültig verloren, bleibt der Bildfehler bis zum nächsten Keyframe stehen. Bei 2 Sekunden ist er schnell wieder weg. Alle Werte mit Begründung stehen in Empfohlene Encoder-Einstellungen.

So findest du deinen Wert

  1. Beginne mit 4 Mbit/s bei 720p.
  2. Streame ein paar Minuten dort, wo du später senden willst, und bewege dich dabei.
  3. Schau auf die Verbindungsanzeige. In deinem Studio zeigt der Tab „Eingänge“ pro Eingang die Bitrate, die Pakete, die als Nachsendung ankamen, und die Pakete, die nie ankamen.
  4. Nachgesendete Pakete sind in Ordnung: SRT hat sie rechtzeitig repariert. Pakete, die nie ankamen, sind Bildfehler und Tonlücken. Treten sie regelmäßig auf, senke die Bitrate oder gib dem Netz über eine höhere SRT-Latenz mehr Zeit.
  5. Läuft alles sauber und du willst mehr Qualität, erhöhe in kleinen Schritten.

Wie du die Latenz wählst, steht in SRT-Latenz einstellen. Was du bei einem ruckelnden Bild der Reihe nach prüfst, steht in Das Bild ruckelt.

Und Bonding?

Geräte und Apps mit Bonding verteilen den Stream auf mehrere Mobilfunkverbindungen (SRTLA). Damit sind höhere Bitraten auch unterwegs verlässlich möglich. PGM.NINJA nimmt SRTLA heute noch nicht an; es steht auf dem Plan. Eine einfache SRT-Verbindung aus denselben Apps funktioniert, und für sie gelten die Werte oben.

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