PGM.NINJA hat jetzt eine Fallback-Szene. Wird die Leitung deiner Kamera schlecht, schaltet dein Studio von selbst auf ein Bild, ein Video oder eine Webseite, die du festgelegt hast. Ist dein Signal wieder zwei Sekunden stabil, schaltet es zurück. Du musst dafür nichts anklicken und niemand muss in der Regie sitzen.

Bis jetzt blieb dein Stream bei einem Funkloch zwar online, aber deine Zuschauer sahen ein zerfallendes oder eingefrorenes Bild und danach dein Overlay ohne Kamera. Den Schnitt auf etwas anderes musste jemand von Hand machen. Das war die Funktion, die uns am häufigsten gefehlt hat, und wir haben in unseren Vergleichen auch so darüber geschrieben.

Was die Fallback-Szene zeigt

Du richtest sie auf dem neuen Tab „Fallback“ in deinem Studio ein und wählst eine von zwei Quellen:

Quelle Was du bekommst Geeignet für
Bild oder Video Eine Datei, die du hochlädst. PNG, JPEG oder WebP als Standbild, MP4, WebM oder MOV als Schleife mit Ton, bis 1080p. „Gleich zurück“, „Gleich geht’s los“, eine Pausenschleife mit Musik
Webseite Eine https-Seite, die das ganze Bild füllt. Etwas, das sich ändert: ein Countdown, ein Chat, ein eigener Player

Die Szene steht allein. Solange sie auf Sendung ist, liegt dein normales Overlay nicht darüber, und der Ton der Kamera ist nicht zu hören. Das ist Absicht: Ein Alert über einem „Gleich zurück“-Bild oder ein abgehackter Ton aus dem Funkloch wären genau das, was die Szene verhindern soll.

Wann das Studio umschaltet

Die Automatik schaut auf das, was bei deinem Studio ankommt, und zwar auf zwei Dinge.

Die Bitrate. Du stellst eine Schwelle in kbit/s ein. Kommt für einen Moment weniger an, gilt die Leitung als schlecht. Sendet deine Kamera mit 6.000 kbit/s, sind 500 bis 1.000 ein guter Wert. Das ist die Einstellung, an der du drehst.

Verlorene Pakete. SRT holt verlorene Pakete innerhalb eines kurzen Zeitfensters nach. Solange das gelingt, merkt niemand etwas, und die Automatik rührt sich nicht. Erst wenn Pakete endgültig fehlen, ist das Bild tatsächlich kaputt, und das Studio schaltet um. Dafür gibt es keine Einstellung.

Zurück geht es, sobald die Bitrate wieder da ist und zwei Sekunden lang nichts mehr verloren geht. Das gilt auch, wenn sich deine App nach dem Funkloch neu verbunden hat.

Dazu kommt ein Schalter für den Fall, dass gar nichts mehr ankommt: „Auch ohne Zuspieler“. Mit ihm erscheint der Fallback auch dann, wenn deine App beendet wurde oder noch gar nicht sendet.

Was wir uns dabei gedacht haben

Deine Hand geht vor. Schneidest du selbst, bleibt das Programm dort, wo du es hingelegt hast. Die Automatik holt nichts zurück, was du geschaltet hast, und sie schaltet nicht von einer Kamera weg, auf die du bewusst geschnitten hast, obwohl ihre Leitung gerade schlecht ist. Eine Automatik, gegen die man in der Regie anklicken muss, wäre schlimmer als keine.

Es läuft nur, was gebraucht wird. Ein Fallback ist fast die ganze Zeit nicht auf Sendung. Ein Video wird deshalb erst abgespielt, wenn die Szene im Programm ist, und beginnt dann von vorn. Der Browser einer Fallback-Webseite startet ebenfalls erst in diesem Moment. Der Preis dafür: Eine Webseite braucht ein paar Sekunden, bis sie zu sehen ist. Ein hochgeladenes Bild oder Video ist sofort da.

Eine Szene, kein Sonderfall. Der Fallback steht in der Regie neben deinen Kameras. Du kannst ihn von Hand auf Sendung schneiden, etwa für eine Pause, und er ist für den Chat-Bot und für Fernbedienungen wie ein Stream Deck eine Szene wie jede andere.

Auch als „Gleich geht’s los“

Mit „Auch ohne Zuspieler“ wird aus derselben Szene ein Startbild. Du startest dein Studio und gehst auf Sendung, bevor deine Kamera läuft. Deine Zuschauer sehen das Bild oder die Schleife. Sobald deine Kamera zwei Sekunden stabil sendet, schneidet das Studio auf sie. Wie du das einrichtest, steht in „Gleich geht’s los“ als Startbild.

Was es nicht kann

  • Ein Fallback pro Studio. Es gibt keine getrennten Szenen für „schlechte Leitung“ und „ganz weg“, wie sie NOALBS für OBS kennt. Startbild und Pausenbild sind dieselbe Szene; die Datei kannst du im laufenden Studio tauschen.
  • Die ersten Sekunden gehen raus. Das Studio wartet zwei bis drei Sekunden, bevor es umschaltet, damit ein einzelner Aussetzer nicht gleich das Bild wechselt. So lange sehen deine Zuschauer das stockende Bild.
  • Die Bitrate allein kann täuschen. Ein ruhiges Bild braucht wenig Daten. Liegt deine Schwelle zu nah an deiner normalen Bitrate, schaltet das Studio um, obwohl alles in Ordnung ist. Wähle sie deutlich darunter.
  • Kein Bonding. Mehrere Mobilfunkverbindungen gebündelt (SRTLA) nimmt das Studio weiterhin nicht an. Eine Fallback-Szene fängt das Funkloch ab, sie verhindert es nicht.
  • Hinzufügen braucht einen Neustart. Richtest du den Fallback zum ersten Mal ein, während dein Studio läuft, erscheint die Szene erst nach dem nächsten Start. Danach änderst du alles im laufenden Betrieb.

So richtest du es ein

Tab „Fallback“ öffnen, Datei hochladen, „Automatisch umschalten“ einschalten, Schwelle wählen, speichern. Die Schritte im Einzelnen, eine Tabelle für die Schwelle und was du tust, wenn es nicht so schaltet wie erwartet, stehen in Automatisch auf „Gleich zurück“ schalten.

Ob es wirkt, siehst du ohne Zuschauer: Starte dein Studio, sende von deinem Handy, und schalte am Handy für zehn Sekunden in den Flugmodus. In der Regie wechselt das Programm auf den Fallback und, sobald dein Handy wieder sendet und das Signal zwei Sekunden stabil ist, zurück auf die Kamera.

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